Balkanfluss Tara, Montenegro und Bosnien

Staudamm an der Save, Slowenien

Rettet das Blaue Herz Europas

Kampagne für den Schutz Europas Wildflüsse auf dem Balkan

Die Manfred-Hermsen-Stiftung setzt sich am Balkan für den Erhalt der letzten naturbelassenen Flüsse Europas ein. Unter Federführung der Partnerorganisationen RiverWatch und Euronatur ist die Stiftung an einer Kampagne beteiligt, die sich hauptsächlich gegen den immensen Ausbau von geplanten Wasserkraftwerken richtet.

Aktuelle Entwicklungen

Hintergrund

Zwischen Slowenien und Albanien schlägt das blaue Herz Europas. Nirgendwo sonst auf unserem Kontinent gibt es noch so viele intakte Flüsse und so viele Flussarten wie hier. Von knapp 36.000 Kilometern Flüsse und Bäche haben 12.000 Kilometer eine sehr gute Gewässerstruktur, weitere 18.000 Kilometer eine gute Gewässerstruktur. Das ist einzigartig auf unserem Kontinent.
Dieses Adernetz ist gleichzeitig auch eines der großen Artenzentren Europas. 69 endemische Fischarten leben nur in diesen Gewässern. Auch 151 gefährdete Arten von Muscheln und Süßwasserschnecken sind hier anzutreffen, das sind 40 % aller bedrohten Süßwasser-Molluskenarten Europas.
Dieser wertvolle Naturraum ist bedroht: Mehr als 570 mittlere und große Wasserkraftwerke sind geplant, ohne Rücksicht auf Natur und Menschen, oft mit finanzieller Unterstützung westlicher Investoren. Selbst Nationalparke bleiben nicht verschont.

Das Projekt

Die Kampagne "Rettet das blaue Herz Europas" hat sich zum Ziel gesetzt, die die ökologisch wertvollsten Flussbereiche zu erhalten und für das gesamte Adernetz des Balkans einen Öko-Masterplan für den Ausbau der Wasserkraft zu erstellen, eine Art Flächennutzungsplan für die Flüsse mit „no-go-Strecken“ für die Elektrowirtschaft. Er vereinigt erstmals das Wissen über Artenvielfalt, Intaktheit der Fließgewässer sowie die Lage von Schutzgebieten. 

Aktuelle Entwicklungen

11.10.2022: Erfolg der Balkan-Kampagne: Konzessionen für 7 Wasserkraftwerke in Nordmazedonien widerrufen - Absage an Wasserkraftwerke im Nationalpark

August 2022: Vorläufiger Bericht der Neretva-Wissenschaftswoche erschienen
Im Sommer 2022 untersuchten 50 Wissenschaftler aus ganz Europa während einer multidisziplinären Expedition die lokale Artenvielfalt des Neretva in Bosnien & Herzegowina. Ein Kurzvideo (youtube) vermittelt Einblicke in die Arbeit der Experten.

13.06.2022: Albanische Regierung unterzeichnet Erklärung zur Errichtung eines Vjosa-Wildflussnationalparks