Gentechnik auf unseren Tellern?

Die Zukunft des ländlichen Raumes

Die Manfred-Hermsen-Stiftung unterstützt ausgewählte Aktivitäten gegen die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO): Zum Schutz der Artenvielfalt von Blütenpflanzen und Insekten, aber auch zum Schutz vor nicht absehbaren Konsequenzen für unsere Ernährung bei der Verbreitung von gentechnisch verändertem Saatgut.

Hintergrund
Pflanzenwissenschaftler und Agrarindustrie sehen die Zukunft des ländlichen Raumes in den „Pflanzen der Zukunft“. Diese gentechnisch veränderten Pflanzen sollen den Welthunger besiegen, die Produktion von nach- wachsenden Rohstoffen sichern und günstige Arzneimittel auf dem Acker produzieren. Ob diese Vision tatsächlich der Gesellschaft nutzen wird, bleibt fragwürdig. Ein solch elementarer Eingriff in die Schöpfung kann einem nicht nur aus ethischer Sicht suspekt sein, sondern birgt unvorhersehbare Risiken, die irreversibel sind. Einmal verbreitet, kann man die veränderten Gene nicht mehr „einfangen“ und neutralisieren. Die Ausmaße von sich unkontrollierbar verbreitendem, gentechnisch verändertem Saatgut sind völlig unklar. Daher gilt es, sich für einen Nichteinsatz der GVOs einzusetzen, ökologisch arbeitende Produzenten zu unterstützen, und die Öffentlichkeit über diese Thematik zu informieren.


Zwei Beispiele unserer Fördertätigkeit

Genkartoffel und Genraps in Mecklenburg-Vorpommern?
Mit der finanziellen Unterstützung unserer Stiftung konnte der NABU eine rechtliche und naturschutzfachliche Prüfung zur Freilandaussaat von Genraps in Groß Lüsewitz erstellen lassen. Es ging u. a. um die Frage, ob eine Klage gegen den Anbau gentechnisch veränderten Saatguts Aussicht auf Erfolg haben würde. Das Ergebnis war ernüchternd: Eine Klage von Naturschutzseite ist zur Zeit wegen der noch unsicheren Rechtslage und dem Mangel an Forschungen zu den Auswirkungen von GVO`s in der Natur wenig Erfolg versprechend. Außerdem konnten die von einem Rechtsanwalt formulierten Einwendungen leider nicht verhindern, dass eine Genehmigung zur Freisetzung der Genkartoffel erteilt wurde. Trotzdem haben unsere Bemühungen Wirkung gezeigt: Die Öko- Anbauverbände und die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft konnten sich unsere Argumente zu eigen machen und ebenfalls protestieren. Diverse Zeitungen, der Deutschlandfunk und das ZDF griffen unsere Kritik an dem Thema auf und informierten darüber. Der NABU setzt nun seine Öffentlichkeitsarbeit in der Region fort, z.B. durch Beteiligungen an Theateraufführungen.

Bienen in Gefahr durch Genmais?
Die Manfred-Hermsen-Stiftung unterstützte den Verein ökologisch arbeitender Imker - Mellifera e.V. - in seinen Aktivitäten gegen den Anbau der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810, deren Pollen im Honig auftaucht. Gegenwärtig kann nicht ausgeschlossen werden, dass die ein Insektizid enthaltenen Maispollen eine Gefahr für bestäubende Insekten darstellen und damit für Schlüsselarten im Naturhaushalt: Sollten sie ausfallen, wäre nicht nur die Fortpflanzung von Wildblütenpflanzen in Gefahr, sondern es wären auch große wirtschaftliche Schäden in Obst- und Gemüsebau zu erwarten. Im April 2009 verhängte die Bundesregierung das Verbot, die Maissorte MON 810 des US-Agrarkonzerns Monsanto anzubauen. Begründet wurde dies mit dem Verdacht auf mögliche Schädigungen bei Mensch und Tier. Der laufende Wiederzulassungsantrag wird derzeit allerdings neu geprüft.

Aktuelles
Die Manfred-Hermsen-Stiftung unterstützt eine Klage mehrerer Organisationen gegen die EU-weite Zulassung des gentechnisch veränderten Sojas "Intacta" von Monsanto.
Pressemitteilung 25.09.2013: "David gegen Goliath"

Weitere Informationen finden Sie unter
www.NABU.de/Gentechnik  
www.bienen-gentechnik.de
www.gentechnikfreies-europa.org

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