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WÄLDER

Wälder

Die Natur will Wald! Überall dort, wo es genügend viel Regen und gewisse Mindesttemperaturen gibt, wächst und sprießt es so lange, bis sich Wald gebildet hat. Deutschland wäre natürlicherweise in weiten Teilen ein einziger großer und meist aus Buchen bestehender Wald mit jungen, alten und abgestorbenen Bäumen, dichtem oder lockerem Untergehölz, Farnen, Pilzen, Moosen, Flechten und Blumen, zwischen denen Wisent, Auerochse, Elch, Wolf und Bär streiften, unzählige Reptilien und Insekten ihre Nischen hätten und Vogelgezwitscher die Luft erfüllte.

Wälder sind die artenreichsten und die produktivsten aller Ökosysteme auf der Erde und erfüllen als Kohlenstoff- und Wasserspeicher eine wichtige Klimafunktion. Aber sie sind stark durch die menschliche Nutzung bedroht. Von den noch rund 4 Milliarden Hektar existierender Waldfläche weltweit sind geschätzte 60 % geschädigt. Es gehen jedes Jahr rund 13 Millionen Hektar durch Rodungen verloren. In Deutschland gelten nur noch knapp ein Drittel der Landfläche als Wald, wobei es so gut wie keinen Urwald mehr gibt und diese Angabe monotone, instabile Fichten- und Kiefernforsten ebenso einschließt wie gerodete, der Waldentwicklung vorgehaltene Flächen.

Die Manfred-Hermsen-Stiftung besitzt in Mecklenburg-Vorpommern den größten Teil des Naturschutzgebietes „Wüste & Glase“ sowie einige Waldflächen, teilweise in Pacht, bei Bremen. Die naturnahen Waldbereiche werden ungestört der natürlichen Sukzession überlassen und einige Flächen monotoner Nadelforsten nach und nach auf schonende Weise zu Mischwald umgewandelt, um sie dann ebenfalls in Ruhe zu lassen. Diese Wälder sind Wildnisinseln zum Rückzug und Brüten von teils seltenen Tieren, wie in Mecklenburg-Vorpommern für den scheuen Schreiadler.

In Nepal (und ehemals auch in Brasilien) hilft die Stiftung Gemeinden, aus ihren Wäldern „Nicht-Holz-Produkte“ wie Seidelbast, Heil- und Teekräuter in nachhaltiger Weise zu nutzen und zu vermarkten, damit sie die Wälder für ihre eigene Zukunftssicherung erhalten und nicht abholzen. Langfristige Perspektiven für Mensch und Natur könnten dort Biosphärenreservate bieten, die es bisher in Nepal nicht gibt und deren Potential derzeit durch die Stiftung eruiert wird.

Regelmäßige Umweltbildungsangebote in Kombination mit Aufforstung und dem Heranziehen von Baumsprösslingen bietet die Stiftung im ihrem Bremer Kinderwald und zusammen mit einem lokalen Partner und jungen Volontären auf Sizilien an.

Nicht nur Wald, sondern auch der einzelne Baum kann ein besonderes Engagement Wert sein: Selten ist es einem Baum noch gestattet, sein natürliches Alter zu erreichen, obwohl er im Laufe der Jahrhunderte mit seinen Bruthöhlen und Totholznischen ökologisch immer wertvoller wird und ein Kleinbiotop darstellt, auf das viele seltene Arten angewiesen sind. Auf dem Mt. Egitto, ebenfalls Sizilien, konnte die Stiftung durch Freistellung den Erhalt von 52 annähernd tausendjährigen Eichen erreichen.

Andere und ähnliche Initiativen bestimmter Partnerorganisationen fördert die Stiftung durch Spenden in Indonesien, Myanmar, Kambodscha, der Ukraine, Rumänien und Äthiopien.

 


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