UMWELTBILDUNG
FLIEßGEWÄSSER
MOORE UND KLIMA
LANDWIRTSCHAFT UND ARTENVIELFALT
WÄLDER

Landwirtschaft & Artenvielfalt

Der größte Verursacher des Artensterbens in Deutschland und Europa ist die Landwirtschaft; sie verursacht ca. 11% der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland und auf Jahrzehnte unfruchtbare Böden; Trinkwasser muss immer kostenintensiver von Düngerückständen gereinigt werden; Kleinbauern verlieren ihre Existenz; die Gentechnik hält Einzug mit ihren völlig unabsehbaren Risiken für Mensch und Natur.

Seit dem Beginn der Landwirtschaft vor rund 12.000 Jahren war diese zunächst nicht nur Natur schädigend, sondern auch bereichernd: Es entstanden Wiesen, blühende Äcker und viele Nischen für spezialisierte Tiere und Pflanzen. Züchtungen brachten vielfältige Sorten und Nutztierrassen hervor. Ein Gleichgewicht von Nutzung, gesundem Boden und intakter Wildnis war überlebenswichtig. Mit der Einführung von Mineraldünger und Pestiziden vor gut hundert Jahren schien dieses Gleichgewicht nicht mehr notwendig zu sein. Seit dem nimmt unsere Landwirtschaft in immer schnellerem Tempo zerstörerische Züge an.

Dieser jüngsten negativen Entwicklung industrieller Landwirtschaft in Europa wirken seit beinahe ebenso langer Zeit Bewegungen aus Biolandwirtschaft und Naturschutz entgegen. Die Rückbesinnung auf eine gesunde, naturverträgliche Landnutzung, in der Hase, Kiebitz, Bläuling und Kornblume zuhause sind,  wird heute zunehmend von der Gesellschaft gefordert und führt langsam auch zu einem Umdenken in der Europäischen Agrarpolitik.

Die Manfred-Hermsen-Stiftung leistet ihren direkten Beitrag zur naturgerechten Landnutzung in Mecklenburg-Vorpommern über einen mit ihr verbundenen, an das Naturschutzgebiet Wüste & Glase angrenzenden Öko-Betrieb. Der Betrieb nimmt am WWF-Projekt "Landwirtschaft und Artenvielfalt" teil.

Auf Sizilien unterstützt die Stiftung die traditionelle kleinbäuerliche Landwirtschaft am Ätna und treibt die Errichtung eines UNESCO Biosphärenreservats voran, um die reich strukturierte Agrarlandschaft vor beginnender Intensivierung zu bewahren und der Wildkatze ihre Wanderwege zwischen zwei Schutzgebieten sichert.

Seit ihrer Errichtung spendet die Stiftung an ausgewählte Vereine, z.B. zur Förderung des Rebhuhn- und Rotmilanschutzes in Niedersachsen oder für Klagen gegen neue  Großstallanlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Das Berliner Engagement für die Sortenreinheit und -vielfalt wird ebenso unterstützt wie die Greifswalder Agrarinitiative zur Ausbreitung der Biolandwirtschaft in Norddeutschland und – gemäß unserer Überzeugung der Notwendigkeit von Umweltbildung – auch immer wieder Schul- oder Gemeinschaftsgärten. Im Bereich Gentechnik spendet die Stiftung seit Jahren für die unabhängige Erforschung möglicher Folgen ihres Einsatzes sowie für Zulassungsklagen und Aufklärungskampagnen.

 


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