Einst waren Bären und Wölfe in nahezu ganz in Europa verbreitet, Tiger durchstreiften fast das gesamte tropische Asien und den Fernen Osten, Löwen und Geparde konnte man überall in Afrika und in weiten Teilen Asiens antreffen. Innerhalb der letzten 200 Jahre sanken die Populationen der meisten Großraubtiere weltweit dramatisch ab. Einige Unterarten sind erst vor wenigen Jahren ausgestorben (wie etwa der Java-Tiger, Panthera tigris java), andere stehen kurz vor dem Aussterben oder sind ernsthaft bedroht. Gegenwärtig leben nur noch knapp 200 Exemplare des Asiatischen Geparden (Acinonyx jubatus venaticus) in freier Wildbahn, und im spanischen Andalusien kommen schätzungsweise nur noch ca. 100-120 Exemplare des Iberischen Luchses (Lynx pardinus) vor.
Die Gründe für den starken Rückgang der Populationen vieler Großraubtierarten sind vielfältig, aber meist direkt oder indirekt auf den Einfluss des Menschen zurückzuführen. Großraubtiere sind vom Menschen seit alters her als Nahrungskonkurrenten betrachtet worden. Einige Arten werden auch ’verteufelt’, weil sie als Gefahr empfunden werden und den Bestrebungen des Menschen Grenzen setzen, wilde Tiere zu zähmen.
Folglich wurden die meisten Großraubtierarten erbarmungslos gejagt und wann immer möglich getötet. Einige Großraubtiere, wie etwa Tiger oder die meisten Bärenarten, wurden und werden darüber hinaus zur Gewinnung von Rohstoffen für die traditionelle Medizin oder wegen ihrer Felle gejagt.
Menschen haben nicht nur durch die Jagd einen starken Einfluss auf die Populationen der Großraubtiere, sondern auch durch die Zersiedelung großer Landschaften, durch das Vordringen in Wälder und die Umwandlung von Forst in Ackerland.
Obwohl die langfristigen Überlebensaussichten für die meisten Großraubtierarten relativ schlecht sind, gibt es auch einige Hoffnungsschimmer. Strenge Schutzmaßnahmen und konsequentes Vorgehen gegen Wilderei haben zum Beispiel dazu beigetragen, dass sich die Population des Sibirischen Tigers (Amur-Tiger; Panthera tigris altaica) in den letzten Jahren deutlich erholt hat.
Die Manfred-Hermsen-Stiftung unterstützt den Schutz von Großraubtieren und ihrer Lebensräume durch verschiedene Initiativen und Projekte in Europa (Iberischer Luchs in Spanien und Portugal, Europäische Wildkatze in Sizilien) und Asien (z.B. Kamtschatka Braunbär in Russland).
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