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Petition gegen die Finanzierung von Staudammprojekten auf dem Balkan überreicht

London, Prag, Radolfzell, Wien, 21. Juni 2018
Vertreter der Kampagne "Save the Blue Heart of Europe" zur Rettung der letzten verbliebenen Wildflüsse Europas haben am 20. Juni gemeinsam eine Petition an hochrangige Mitarbeiter der Londoner Zentrale der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) übergeben. Diese wurde bisher weltweit von über 120.000 Menschen unterschrieben. In der Petition, die im April 2018 als Teil einer breit angelegten globalen Kampagne gestartet wurde, werden die internationalen Entwicklungsbanken aufgefordert, sich aus der finanziellen Unterstützung für Wasserkraftprojekte auf dem Balkan zurückzuziehen – bevor die letzten Wildflüsse Europas unwiederbringlich zerstört sind.


1. Vertreter der Kampagne „Save the Blue Heart of Europe“ vor der Zentrale der Londoner EBWE-Bank. Mit dabei: 120.000 Unterschriften.
2. Übergabe der Unterschriften an Pierre Heilbronn, Vizepräsident der EBRD. Noch nie hat die EBRD so viele Petitionsunterschriften in Energiefragen erhalten.
© Jason Alden, Patagonia

Die Petition zielt auf die Geldgeschäfte der EBWE, der Weltbank und der Europäischen Investitionsbank ab, die zusammen mindestens 82 Wasserkraftwerke auf dem Balkan - davon 37 in Schutzgebieten - mit Gesamtinvestitionen von 727 Millionen EUR finanziert haben. Diese sogenannten Entwicklungsbanken fungieren als Vorreiter für wirtschaftliche Aktivitäten in der Region; kommerzielle Kreditgeber folgen ihnen bei Investitionen in Wasserkraftwerke. Darunter sind zum Beispiel die österreichische Erste Bank und die italienische Unicredit, die mindestens 158 Wasserkraftwerke finanziert haben.

Mit der Petition werden die Banken aufgefordert, die Finanzierung von Projekten, die sich in Schutzgebieten und an anderen wertvollen Flussabschnitten befinden, unverzüglich einzustellen. Es müssen zukünftig strengere Auflagen für Kreditvergaben in ökologisch wertvollen Bereichen gelten. Gleichzeitig sollen die Banken ihre Mittel für Energieeffizienz und andere erneuerbare Energiequellen, deren Potenzial auf dem Balkan noch weitgehend ungenutzt ist, deutlich erhöhen.


Die „Screaming Lady“ als Symbolbild des Widerstands gegen Wasserkraft auf dem Balkan, hier im Fluss Neretva in Bosnien-Herzegowina © Andrew Burr


Gemeinsame Pressemitteilung von EuroNatur, Riverwatch, Bankwatch und Patagonia

Weitere Informationen zur Kampagne "Rettet das Blaue Herz Europas"

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Weltpremiere des Films „Blue Heart“ auf einem Staudamm in Bosnien-Herzegowina

Konjic, 29. April 2018
Vor der spektakulären Kulisse der Idbar Staumauer in Bosnien-Herzegowina fand gestern Abend vor etwa 500 Besuchern die Premiere des Films „Blue Heart“ statt. Der Film dokumentiert den Kampf gegen die Staudammflut auf dem Balkan und für den Erhalt der einzigartigen Flüsse Europas.

Die 40-minütige Dokumentation unterstützt die von uns geförderte Kampagne „Rettet das blaue Herz Europas“ zum Schutz der letzten Wildflüsse Europas auf dem Balkan. Im Zentrum steht der Widerstand gegen Wasserkraftprojekte in Albanien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina, z.B. der Frauen von KrušÄica, die seit mehr als 220 Tagen und Nächten eine Baustelle in den bosnisch-herzegowinischen Bergen besetzt halten.


© Pierre Cadot

„Blue Heart“ wurde von Farm League im Auftrag von Outdoor-Bekleidungshersteller Patagonia produziert. Der Film wurde in 14 Sprachen übersetzt und wird weltweit in über 500 Orten gezeigt. Hier können Sie sich den Trailer anschauen.

Patagonia hat außerdem eine Petition gestartet, die Banken auffordert, sich von der Finanzierung von Wasserkraftprojekten auf dem Balkan zurückziehen.
Nächste Filmvorführungen finden unter anderem in Zagreb (1. Mai), Belgrad (3. Mai), Rom, (4. Mai), Skopje, (5. Mai) und Tirana (6. Mai) statt.
Alle Filmvorführungen weltweit können Sie hier nachlesen. 


Die Premiere fand vor ungewöhnlicher Kulisse statt: der löchrige Idbar Staudamm in Bosnien-Herzegowina. © Jelle Mul

Die Idbar Staumauer wurde auf Grund ihrer Geschichte bewusst für die Premiere gewählt: Kurz nach der Fertigstellung im Jahr 1959 wurde der Damm brüchig. Investoren und Bautrupps ignorierten die zahlreichen Warnungen der Lokalbevölkerung. Idbar wurde kurz nach der Fertigstellung stillgelegt. Daraufhin hat die Bevölkerung den Damm durchbrochen, um dem Fluss seine Freiheit zurückzugeben.

Gemeinsame Pressemitteilung von Riverwatch, EuroNatur und dem Center for Environment

 


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