Stiftungsflächen in Mecklenburg-Vorpommern

Das Naturschutzgebiet "Wüste und Glase"

Im Jahr 2007 hat die Manfred-Hermsen-Stiftung Flächen im Naturschutzgebiet „Wüste und Glase“ teils gekauft und teils von der BVVG übertragen bekommen. Es handelt sich hierbei um ein hügeliges Endmoränengebiet aus Wald und Wiesen mit zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten. Die Wiesen bleiben unter extensiver ökologischer Bewirtschaftung als Offenlandschaft erhalten und  Waldbereiche ihrer natürlichen Sukzession überlassen. Nur in einigen, aus Fichten- und Douglasienmonokulturen bestehenden Flächen werden Maßnahmen einer schonenden Umwandlung in natürlichen Laubmischwald vorgenommen, bevor sich auch hier die Natur ungestört entwickeln kann.

Das NSG Wüste und Glase
Der Name „Wüste und Glase“ für das Gebiet entstand, nachdem eine dort im 17. Jahrhundert betriebene Glashütte nach ihrer kurzen Nutzung ausgedient hatte und "wüst" fiel. Es handelt sich um ein besonders vielgestaltiges Endmoränengebiet inmitten des Naturparks „Mecklenburger Schweiz und Kummerower See“. Die historisch gewachsene Kulturlandschaft besteht aus Hügeln und Senken mit Laubmischwald und einigen Nadelwaldmonokulturen, Wiesen mit einzelnen Baumgruppen, mehreren Sumpf- und Bruchbereichen und dem Ohgangsee, in dem Fischotter leben. Es gibt hier eine große Zahl geschützter und teilweise vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten, wie das auf Findlingen wachsende grüne Besenmoos oder die Rotbauchunke in den Tümpeln. Im Gebiet nisten Graugänse und Kraniche, Zwergschnäpper und der Mittelspecht. Schrei- und Seeadler, Rotmilan und Wespenbussard gehen hier auf Beutefang. Auf einem ca. 100 m hohen Hügel befindet sich ein Burgwall aus der Bronze- und Slawenzeit.

Waldrenaturierung im NSG Wüste und Glase
Die Wälder nehmen in Mecklenburg-Vorpommern rund 22 % der gesamten Landesfläche ein.  Nur 41% davon sind Laubwald, der Rest standortfremder Nadelwald. Die potenzielle natürliche Vegetation fast aller Landflächen Mecklenburg-Vorpommerns – also die gedachte heutige Zusammensetzung der Wälder bei freier Entwicklung unter den vorhandenen standörtlichen Bedingungen – besteht vor allem aus Buchenwäldern in verschiedenen Ausprägungen. Diese Laubwälder haben gegenüber den Nadelwäldern durch ihren größeren Artenreichtum eine hohe Bedeutung für den Naturschutz. Auch sind sie für Naturkatastrophen wie z.B. schwere Stürme weniger anfällig. Vielfach wird in Mecklenburg-Vorpommern angestrebt, den Laubwaldanteil zu erhöhen. Dazu gibt es, je nach Zustand des Waldes und Interessen des Besitzers verschiedene Methoden, die von Kahlschlag bis zum Nichteingriff (natürliche Sukzession) reichen.

Für unsere Flächen im NSG Wüste und Glase haben wir uns entschieden, die natürliche Entwicklung von Nadelmonokulturen zu Laubmischwald, die mehrere Hundert Jahre dauern kann, zu beschleunigen und die Nadelgehölze aktiv Schritt für Schritt in Mischwald umwandeln. Trotz sehr dichtem Nadelbaumbestand haben wir in den Plantagen nämlich vereinzelte, hoch und dünn mitgewachsene Laubbäume entdeckt, die sich hier selbst angesiedelt haben. Diese Bäume wollen wir in einer ersten Renaturierungsphase retten, indem wir die „Bedrängerbäume“ drum herum fällen, ohne jedoch die fragilen Laubbäumchen zu sehr freizustellen und Stürmen auszusetzen. Wir planen, diese Eingriffe in Fünfjahres-Rhytmen vorzunehmenden, bis sie nicht mehr erforderlich sind. Danach soll der Wald seiner natürlichen Entwicklung überlassen werden.

Umweltbildung im NSG Wüste und Glase
Seit Sommer 2007 unterstützen wir den Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See sowie den Rostocker Verein NIG e.V. in der Durchführung lokaler und internationaler Jugendworkcamps, die teilweise auf Stiftungsflächen stattfinden. Typische Arbeiten sind die Mahd, das Entfernen alter Drähte im Wald und Nistkastenbau.

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