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20.07.11: Ilisu: Eine der seltensten Fischarten der Welt im Tigris bei Hasankeyf wiederentdeckt - Ilisudamm bedroht letztes Vorkommen    

Vor wenigen Tagen ging einem örtlichen Fischer aus Hasankeyf eine der seltensten Fischarten der Welt ins Netz - eine Leopardenbarbe (Barbus subquincunciatus). Das auffällig gefleckte Tier war etwa 30 Zentimeter lang und 1,8 Kilogramm schwer. Diese wissenschaftliche Sensation bestätigte nun der Berliner Fischexperte Dr. Jörg Freyhof vom Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Autor des „Handbook of European Freshwater Fish“. „Es ist davon auszugehen, dass die Leopardenbarbe nur noch im Tigris um Hasankeyf vorkommt. Für diese Tierart ist es 1 Minute vor 12“, so Freyhof.



Durch den im Bau befindlichen Ilisu-Staudamm würde die Leopardenbarbe mit hoher Wahrscheinlichkeit aussterben, denn sie kann in Stauseen nicht überleben, bzw. sich nicht mehr vermehren. „Dieser Fund ist Ansporn für uns, weiter gegen den Ilisudamm zu kämpfen. Außerdem wollen wir ein Rettungsprogramm für diese Art erarbeiten. Es geht um die Erhaltung einer Art“, so Ulrich Eichelmann von der Stop Ilisu Kampagne.

Experten waren sich unsicher, ob diese Fischart überhaupt noch existiert. Denn in ihrem ehemaligen Verbreitungsgebiet, Euphrat und Tigris, fehlte von ihr seit Jahren jede Spur. Selbst Fotos gab es von der Art bisher kaum (siehe z.B. www.fishbase.org/summary/speciessummary.php?id=54812).

   
Fotos von Suleyman Agalday

Experten hatten bereits vor dem jetzigen Fund vermutet, dass diese Tierart nur noch im Tigris zwischen Hasankeyf und Cizre (Stadt an der Grenze zu Syrien) vorkommt. Das hat sich nun bestätigt. Und genau dieser Abschnitt soll zur Gänze eingestaut werden (durch die Staudämme Ilisu und Cizre).

Die gefangene Leopardenbarbe wurde vom Fischer fotografiert und dann am Markt in Hasankeyf zum Verzehr verkauft.

Weitere Informationen:
Ulrich Eichelmann - ECA Watch Österreich   
# 0043 676 6621512

www.stopilisu.com