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8.07.11: Kurzer Reisebericht    

Vor gut einem Monat war ich in Hasankeyf und auf der Baustelle in Ilisu. Zwar ist der historische Teil Hasankeyfs weitgehend wieder touristisch nutzbar (bis auf den Tigris mit seinene Restaurants, der bleibt gesperrt), aber gleichzeitig wird gegenüber der antiken Stadt an Neu Hasankeyf gearbeitet.


Etwa 70 Arbeiter baggern und planieren Straßen in den steinigen Boden. Auch in Ilisu schreiten die Bauarbeiten voran. Etwa 1.000 Arbeiter graben den Garten Eden um (Foto 1).


Die drei großen Umleitungstunnel, durch die der Tigris während des Baus am eigentlichen Damm geleitet werden soll, sind fast fertig (Fotos 2 + 3).


Noch blühen im zukünftigen Stausee die Mohnblumen (Foto 4).


Zitat DSI Direktor: "Jetzt blühen die Blumen im Tigristal nur im Mai, wenn der Damm fertig ist, blühen sie das ganze Jahr über."

Letzten Oktober wurde die neue Ortschaft Neu Ilisu von Regierungschef Erdogan feierlich eröffnet und als Meilenstein für die Bewohner gepriesen. Doch vor Ort ergibt sich ein ganz anderes Bild. Nur 6 Monate nach Fertigstellung, zeigen die Häuser Risse und Abnützungserscheinungen. Gravierend ist v.a., dass die Menschen ihre Haustiere nicht mitnehmen durften und auch Brennholz dürfen sich nicht mehr in der Region sammeln. Die Menschen wollen alle zurück in ihre alten Häuser, aber sie dürfen natürlich nicht. Unsere Befürchtungen und unsere Erfahrungen aus anderen Staudammprojekten der Türkei bestätigen sich also. Von Einhaltung internationaler Standards, von denen die Türkei, aber auch Andritz immer wieder spricht, ist weit und breit nichts zu sehen. Wegen der vielen Regenfälle im Frühjahr, blühte die Steppe noch Ende Mai in voller Pracht und mam bekam einen Eindruck, wie schön das Land sein kann (Foto 5).
lg Ulrich Eichelmann