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09.02.2011: Proteste gegen Zerstörung des Amazonas: 600.000 Unterschriften gegen Belo Monte     

Gestern erhielt Brasiliens neue Staatschefin Dilma Rousseff viel Post, 600.000 Unterschriften gegen den umstrittenen Megastaudamm Belo Monte.  Überreicht wurden sie von Betroffenen, unter anderem von Häuptlingen der Kayapo Indianer wie Raoni Metuktire (wurde bekannt durch seine Freundschaft zu dem Popsänger Sting) und Megaron Txucarramãe. Sie fordern die Regierung auf, Belo Monte nicht zu bauen und die Vorbereitungen zu stoppen.

Doch die Regierung zeigt sich nach wie vor unnachgiebig. Obwohl der Bau noch nicht genehmigt ist, erteilte sie kürzlich die Erlaubnis den Baustellenbereich einzurichten. 240 Hektar dürfen nun gerodet und nutzbar gemacht werden.

-> Fotos von der Übergabe der Unterschriften

Wird Belo Monte gebaut, sollen laut Regierung in Brasilia weiter 80 Megadämme und 600 kleinere Dämme im Amazonasgebiet folgen. Belo Monte ist also so etwas wie ein Türöffner für den Vollausbaus des Amazonas. Die Folgen für Indigene Bevölkerung und die Artenvielfalt wären verheerend.

„Die Staudämme sind zurzeit die größte Bedrohung für die „grüne Lunge“ unseres Planeten. Sie zerstören nämlich die Lebensadern des Amazonaswaldes. Das schlimme ist, dass diese Zerstörung noch als Klimaschutz verkauft und finanziert wird: Grüner Strom aus grüner Lunge. Wenn nicht bald ein Umdenken auch beim Klimaschutz einsetzt, könnte diese Lunge am Klimaschutz zugrunde gehen“, so Ulrich Eichelmann von ECA Watch Österreich.

Der 17 Milliarden Dollar teure Staudamm soll am Xingu, einem großen Amazonaszufluss, errichtet werden. Die österreichische Andritz AG will sich an dem Projekt beteiligen.

Weitere Information zum Belo Monte Projekt: www.internationalrivers.org

Kayapo-Chef Rauoni Metutire zusammen mit Sitng

Ein älteres Foto vom Kayapo-Chef Raoni Metutire, zusammen mit Sting. Beide kämpften in den 1990er-Jahren erfolgreich gegen Staudämme am Xingu.