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18.01.2011: Hasankeyf ab April wieder geöffnet, Regierung gibt Protesten nach    

Wien, 18.1.2011 Wie die türkische Tageszeitung Hürriyet berichtete, soll die  historische Altstadt von Hasankeyf ab April wieder für Touristen geöffnet und damit die fast einjährige Blockadepolitik der Regierung beendet werden. Mit umgerechnet einer Millionen Euro will die Regierung in Ankara die Folgen des Felssturzes vom letzten Sommer beseitigen. Damit dürften die zahlreichen Proteste der Bewohner und der Umweltgruppen erfolgreich gewesen sein.

-> Artikel in der Hürriyet Daily News

Im Juli 2010 hatte sich am Eingang zum historischen Bereich ein Felssturz ereignet, bei dem ein Mann ums Leben kam. Die türkische Regierung ließ daraufhin nicht etwa den Fels wegräumen, sondern den gesamten Bereich großräumig absperren und zwar so umfassend, dass weder die Sehenswürdigkeiten, noch die Restaurants zugänglich waren. Ein massiver Zaun verhinderte auch den Zugang zum nicht betroffenen Tigrisufer, woraufhin auch hier die beliebten Restaurants geschlossen werden mussten.

Die Touristen bleiben aus, die ohnehin geringen Einnahmen der Bewohner versiegten. Die Besitzer der Restaurants und Souvenirläden wurden weder informiert, noch für die Schließungen finanziell entschädigt.

Praktisch alle Bewohner, unterstützt von Umweltgruppen und Prominenten, protestierten gegen diese „kalte Enteignung" und forderten das zuständige Kulturministerium auf, den verschütteten Bereich zu räumen und Hasankeyf wieder zu öffnen. Mit Erfolg.  

„Die Regierung in Ankara hat versucht, die Bewohner von Hasankeyf durch die Absperrung zu demoralisieren: die Menschen sollten ihren Widerstand gegen den Ilisu-Staudamm aufgeben und wegziehen. Das ist misslungen, es hat nur die Wut und das Misstrauen der Bewohner gegenüber der Regierung vergrößert", so Ulrich Eichelmann von der Stop Ilisu Kampagne.

Fotos:

Proteste vor dem neuen Zaun im Herbst 2010, der die Besucher am Zugang zur Felsenstadt und den Restaurants hindert. Der Zaun geht bis hinunter in das Flussbett des Tigris.