Bilder
Videos & Hoerfunk
Dokumente & Expertenberichte
Ansichtssache

24.09.2010: Alternativ-Nobelpreisträger gegen Staudämme in der Türkei    

Der Einsatz gegen Ilisu und Allianoi - die zwei umstrittensten Staudamm-projekte der Türkei - erhält namhafte internationale Unterstützung: 39 TrägerInnen des Alternativen Nobelpreises sowie der Vorstand des Preises rund um den Gründer Jacob von Uexküll, fordern den türkischen Premier Tayyip Erdogan auf, den bereits begonnenen Bau des Ilisu-Staudammes zu stoppen und stattdessen Hasankeyf zum UNESCO-Welterbe zu erklären. Daneben machen die Preisträger auch auf das Allianoi-Projekt aufmerksam: Nahe Izmir soll durch das Staudammprojekt eine 2.000 Jahre alte und einmalige römische Thermalanlage zerstört werden. „Eine außergewöhnliche Aktion von außergewöhnlichen Menschen gegen die Staudamm-Barbarei in der Türkei, an der leider auch die österreichische Andritz AG beteiligt ist", so Ulrich Eichelmann von ECA Watch Österreich.

Jedes Jahr wird der Right Livelihood Award, auch Alternativer Nobelpreis genannt, an Personen vergeben, die sich durch ihren Einsatz, ihr Engagement und ihren Mut um soziale oder ökologische Verantwortung besonders verdient gemacht haben. Unter den 39 PreisträgerInnen, die diesen Aufruf gestartet haben, ist auch der Deutsche Prof. Michael Succow, der im April 2010 an den Tigris gereist war und sich vor Ort über die möglichen Folgen des Ilisu-Projekts informiert hatte.

Prof. Succow bei seinem Besuch in Hasnkeyf

Prof. Succow bei seinem Besuch in Hasnkeyf

Diese internationale Unterstützung kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt, denn erst vor kurzem hatten türkische Prominente eine neue Initiative zur Rettung Hasankeyfs gestartet. Künstlerinnen und Künstler wie Sezen Aksu oder der Schriftsteller Yasar Kemal wollen den bereits begonnenen Bau von Ilisu doch noch verhindern. Mehr als 70.000 Menschen folgten in den ersten Tagen dem Aufruf und unterschrieben eine Petition.

„Initiativen wie diese sollte der türkischen Regierung, aber auch der Andritz AG klar machen, dass ihr rücksichtsloses Vorgehen international weiterhin genau verfolgt und geächtet wird," so Ulrich Eichelmann.