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25.06.2010: Militär brennt Dörfer nahe Hasankeyf nieder - Eskalation im Ilisu-Staudammgebiet    

Wie die kurdische Nachrichtenagentur ANF meldete, hat das türkische Militär gestern (24.6.) 20 Kilometer von Hasankeyf entfernt die Dörfer Bizinka und Xerbekar in Brand gesetzt. Auch landwirtschaftliche Flächen und Obstplantagen wurden verbrannt, um so die Lebensgrundlage der Menschen zu zerstören. Die Bewohner wurden von Soldaten am Löschen des Feuers gehindert.

Beide Dörfer würden vom Ilisu Stausee überflutet. Beide wurden in den 1990er Jahren schon einmal im Zuge des Bürgerkrieges zerstört.
Inzwischen kehrten einige Menschen wieder zurück. Wesentlich mehr Menschen wohnen noch außerhalb dieser Ortschaften, bewirtschaften hier aber die Felder und Obstgärten.


        
 

Die Fotos zeigen das zerstörte Dorf Keceli. Sie wurden von Vertretern der türkischen Menschenrechtsorganisation IHD (siehe www.ihd.org.tr/english/) gemacht.

Das österreichische Unternehmen Andritz beteiligt sich am Bau des umstrittenen Dammes. Andritz-Chef Leitner hatte kürzlich gegenüber der APA verkündet, dass "...in Ilisu ein besonders modernes Kraftwerk mit hoher sozialer und umweltmäßiger Absicherung entstehen wird. Nicht zuletzt aufgrund der Proteste der Umweltschützer schütze das türkische Recht nun die Bürger bei Grundstücksablösen besser als früher. Auch das jüngste Urteil eines Gerichts in der Region, dass einige Grundstücksablösen rechtswidrig waren, zeige, dass das Rechtssystem funktioniert.", z.B. zitiert in www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/2374655/andritz-chef-ilisu-projekt-rechtsstaatlich-genehmigt.story


Ulrich Eichelmann
Stop Ilisu Kampagne