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15.04.2010: Belo Monte Staudamm in Brasilien wackelt    

Gericht stoppt Bauvergabe

Erfolg für die Gegner des geplanten Belo Monte Staudamms in Brasilien. Ein Bundesgericht stoppte gestern die für den 20. April geplante Versteigerung der Bauaufträge. Als Grund nannten die Richter die ungenügende Prüfung der Umweltauswirkungen des geplanten Damms am Rio Xingu. Damit dürfte sich das gesamte Vorhaben, an dem sich auch die österreichische Andritz AG beteiligen will, zumindest verzögern.

Für Starregisseur James Cameron ist das ein erster Erfolg. Er hatte am 12.4. an einer Demonstration in Brasilia teilgenommen und hält sich zur Zeit erneut am Rio Xingu auf. "It's a small victory for us, but I don't expect the battle is over," sagte Cameron in Altamira.

"Avatar von James Cameron ist in der Realtität angekommen. Hollywood macht dieses Gebiet am Xingu weltweit bekannt und hilft so mit, dieses Megaprojekt doch noch zu stoppen", so Ulrich Eichelmann von ECA Watch Österreich, der selbst vor kurzem vor Ort war.

Xingu goes Avatar - Indio am Xingufluss in Brasilien

Xingu goes Avatar - Indio am Xingufluss in Brasilien (Foto: Sue Cunningham)

Etwa 20.000 Menschen wären von dem Bau betroffen, darunter viele Indios. Etwa 120 Kilometer des Xingu sollen nach den Plänen der Regierung praktisch trocken gelegt werden. Wissenschaftler erwarten, dass in diesem Fall etwa 100 Fischarten aussterben dürften und der weltweit größte bekannte Brutplatz für Schildkröten zerstört würde. Bis zu 1,8 Millionen Eier werden hier Jahr für Jahr von der Amazonas-Schildkröte abgelegt.

Wird Belo Monte tatsächlich gebaut, sollen nach den Plänen der Regierung weitere 78 Megadämme in Amazonien folgen. "Das wäre das Ende des bedeutendsten Naturgebietes der Erde", so Ulrich Eichelmann.