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Ansichtssache

14.12.09: Disneyland statt Welterbe    

Türkei will Disney-Hasankeyf ,Wiener StudentInnen planen Gegenvision

Die Türkei hat nun präzisiert, was sie unter der versprochenen "Rettung Hasankeyfs" versteht. Demnach soll die 10.000 Jahre alte Stadt in den Fluten des geplanten Ilisu-Staudamms untergehen, doch sollen "Nachbauten" einiger wertvollen Bauwerke in Neu-Hasankeyf aufgestellt werden. Replikat statt Original, Disneyland statt Welterbe lautet nun die Devise.

Bis zuletzt hatte die Türkei versprochen, einzelne Monumente - etwa die 900 Jahre alten Brückenpfeiler im Tigris - ab- und in einem Archäologiepark wieder aufzubauen. Nun geht die Regierung einen Schritt weiter zurück: statt der - ohnehin absurden - Idee einzelne Originale umzusiedeln, sollen nun nur noch Nachbauten, Modelle in Neu-Hasankeyf aufgestellt werden.

"Mit diesem Vorschlag macht sich die Türkei als Kulturnation international lächerlich. Hasankeyf ist eine der ältesten Städte der Menschheit und sollte UNESCO Weltkulturerbe statt "Pseudo-Disneyland" werden", so Ulrich Eichelmann von ECA Watch Österreich.

Mehr dazu unter: http://www.hurriyetdailynews.com/n.php?n=disneyland-formula-for-hasankeyf-2009-12-10

An einer Gegenvision zu diesem Untergangsszenario arbeiten zur Zeit etwa 20 Architektur-StudentInnen der TU Wien. Ihr Ziel ist es, Hasankeyf baulich so weiter zu entwickeln, dass der historische Wert der Stadt erhalten bleibt, den Bewohnern aber gleichzeitig mehr Komfort und Perspektive gibt. Ende Februar 2010 werden sie Ergebnisse vorliegen und dann auch den Bewohnern von Hasankeyf vorgestellt.