Bilder
Videos & Hoerfunk
Dokumente & Expertenberichte
Ansichtssache

29.09.2009 Andritz für internationalen Un-Preis vorgeschlagen     

Für außergewöhnliche Profitgier und Beteiligung an verheerenden Projekten

Wien, 29.9.2009 ECA Watch Österreich hat nun den Anlagenbauer Andritz AG wegen vielfacher Beteiligung an ökologisch und sozial verheerenden Projekten für den internationalen "Public Eye Award" vorgeschlagen. Mit diesem Preis werden alljährlich Wirtschaftsunternehmen für besonders rücksichtsloses Verhalten ausgezeichnet. "Andritz steht in internationalen NGO Kreisen längst nicht mehr für Qualität, sondern für Beteiligung an verheerenden Projekten. Man muss leider sagen, wo Andritz draufsteht, ist oft eine Katastrophe drin," so Ulrich Eichelmann von ECA Watch Österreich. Der Public Eye Award wird am 27. Januar 2010 in Davos am Eröffnungstag des Weltwirtschaftsgipfel von der Schweizer NGO "Erklärung von Bern" sowie Greenpeace vergeben.

ECA Watch Österreich will mit diesem Schritt auf die weltweit enormen Folgen von Aktivitäten der österreichischen Firma aufmerksam machen. Der „ökologische und soziale Fußabdruck" der Andritz AG ist riesig, die Liste der Projekte mit gravierenden Folgen für Umwelt und Natur lang. Hier drei Beispiele:

Türkei: Am Ilisu-Staudammprojekt will das Unternehmen trotz des Rückzug Österreichs, Deutschlands und der Schweiz festhalten. Alle anderen Baufirmen Europas werden sich dem Vernehmen nach zurückziehen.

Australien: Andritz will sich in Tasmanien am Bau einer riesigen Zellstofffabrik beteiligen. Dafür müssten 200.000 Hektar Urwald gerodet werden. Sämtliche australische Banken haben die Finanzierung des Projekts abgelehnt.

Brasilien: Im brasilianischen Amazonasgebiet am Rio Madeira sind mehrere umstrittene Staudämme geplant und im Bau. Zigtausende Indios (Xingu) würden ihre Heimat verlieren, tausende Tierarten wären betroffen. Unter anderem engagiert sich der österreichische Bischof Kräutler gegen diese Projekte.

Zudem zeigt sich Andritz als „beratungsresistent". Die Führungsriege der Firma war und ist nicht bereit, die Kritikpunkte an den einzelnen Projekten zu erfahren. „Andritz hat aufgrund seiner Vormachtstellung eine große Verantwortung. Derzeit zeichnet sie sich aber eher durch Profitgier aus. Unsere Anfragen zu Gesprächen wurden bisher ausnahmslos abgelehnt", so Thomas Wenidoppler von ECA Watch Österreich.

Hall of pain
Sollte Andritz den Un-Preis bekommen, wird sie anschließend in die „Hall of pain" aufgenommen und stünde dann in einer Reihe mit bisherigen „Gewinnern" wie Dow Chemical, Shell oder Novartis.

Weitere Hinweise zum Public Eye Award unter http://www.publiceye.ch/de/index.cfm

Hier die offizielle Nominierung der Andritz AG für den Public Eye Award 2010