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16.09.09: Mit dem Tasmanischen Teufel gegen Andritz AG    

Umweltschützer im Naturhistorischen Museum gegen Skandalprojekt in Tasmanien von Andritz AG und Oesterreichischer Kontrollbank

Wien, 16.09.2009 - Bernd Lötsch, Direktor des Naturhistorischen Museums in Wien, unterstützt die Umweltorganisationen ECA Watch Österreich, GLOBAL 2000 und Greenpeace im Kampf gegen die Zerstörung von Urwäldern in Tasmanien mit Hilfe der Andritz AG und der Oesterreichischen Kontrollbank. Weitere Unterstützung erhalten die Umweltschützer durch zwei tasmanische Tierarten, die beide für den Naturschutz auf der australischen Insel stehen: den Tasmanischen Teufel und den bereits ausgestorbenen Tasmanischen Tiger. Ausnahmsweise zeigt Lötsch Präparate beider Arten der Presse. „Für den Tasmanischen Tiger ist es bereits zu spät", so Lötsch. „Aber anderen Arten droht durch dieses Projekt das gleiche Schicksal!"

Auf der australischen Insel Tasmanien soll eine der größten Zellstofffabriken der Welt, die „Bell Bay Pulp Mill" entstehen. Die steirische Firma Andritz AG soll die Anlage errichten, und die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) will das Projekt möglicherweise versichern. Etwa 200.000 Hektar Urwald sollen gerodet und das Meer mit täglich 64.000 Kubikmeter Abwasser verunreinigt werden. Die jährlichen Treibhausgasemissionen würden in etwa 10 Millionen Tonnen betragen - in etwa so viel wie die der Stadt Wien.

Tom Millen von der australischen Umweltorganisation „The Wilderness Society" dazu heute bei einem Pressegespräch in Wien: „Diese Zellstofffabrik ist Umweltthema Nummer Eins in Australien. Durch die hohe Umweltbelastung würden das Fischereiwesen und der Tourismus auf Tasmanien stark beeinträchtigt werden, und unterm Strich gehen Jobs verloren." Tasmanien lebt neben der Holzindustrie hauptsächlich von Fischerei, Weinbau und vom Tourismus.

Gegen das Projekt spricht sich jetzt auch Bernd Lötsch, Direktor des Naturhistorischen Museums in Wien, aus: „Auf der einen Seite sind wir stolz auf fähige international präsente Industrieunternehmen wie Andritz, aber die Wirtschaft muss auch erkennen, dass man auf diesem geschundenen Planeten nicht mehr alles machen darf, was Gewinn verspricht", so Lötsch. „Urwälder mit tausendjährigen Eukalyptusbäumen dürfen nicht gerodet werden, schon gar nicht mit österreichischer Hilfe. Wir müssen verhindern, dass der Tasmanische Beutelteufel dasselbe Schicksal erleidet wie der Tasmanische Tiger." Diese Art ist bereits seit 1936 durch Lebensraumzerstörung und Verfolgung ausgestorben. Weitere bedrohte Arten sind etwa der Tasmanische Keilschwanzadler, der Schwalbensittich oder auch der größte Flusskrebs der Welt, der Tasmanische Riesen-Flusskrebs, der bis zu einen Meter groß wird.

Trotz Protesten hält Andritz am Projekt fest. Die Oesterreichische Kontrollbank prüft noch immer eine mögliche Förderung des Projekts. "Die Andritz AG ist ein Unternehmen, das notfalls auf Kosten von enormer Naturzerstörung Gewinne erzielen will", so ECA-Watch-Obmann Ulrich Eichelmann. „Wie weit die Firma dabei geht, zeigt auch die Tatsache, dass Andritz als einziges europäisches Unternehmen noch immer am Ilisu-Projekt in der Türkei festhält".

Daher verlangen die Organisationen ECA Watch, Global 2000 und Greenpeace, dass Andritz und Kontrollbank sich aus dem Projekt zurückziehen. „Wir werden nicht akzeptieren, dass eine österreichische Firma an einer derartig massiven Naturzerstörung beteiligt ist, und dass unser Steuergeld dafür herhalten muss dieses Projekt abzusichern", so die Organisationen unisono.

 

Weitere Bilder auf  www.greenpeace.at/andritz_tasmanischer_teufel bzw.

www.global2000.at/site/de/nachrichten/presse/regenwaldpresse/pressarticle-tasmanischerteufel.htm


Weitere Informationen:

Dipl.-Ing. Ulrich Eichelmann - ECA Watch Österreich: 0676-6621512

Mag. Thomas Wenidoppler - ECA Watch Österreich: 0650-8225200

Tom Millen - The Wilderness Society: bis 18.9. erreichbar unter 0650-7362203

Dipl-Pol. Jens Karg - GLOBAL 2000: 0699-14200020

Dipl.-Ing. Jurrien Westerhof - Greenpeace CEE: 0664-6126701