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16.06.09: Umweltschützer fordern Ilisu-Ausstieg bei deutsch-türkischem Außenministertreffen    

Berlin - Anlässlich des heutigen Besuchs des türkischen Außenministers Ahmet Davutoglu in Berlin fordern Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen die Regierungen Deutschlands und der Türkei auf, endgültig aus dem Ilisu-Projekt am Tigris auszusteigen.

"Der Ilisu-Staudamm würde das Zeugnis von zehntausend Jahren Kulturgeschichte auslöschen und zur Destabilisierung einer ganzen Region führen", stellt Anna Bugey von GegenStrömung, der Ilisu-Kampagne Deutschland fest. Sollte der Damm gebaut werden, verlören 60.000 Menschen ihre Existenzgrundlage, kostbare Flusslandschaften und 10.000 Jahre alte Kulturgüter würden unwiederbringlich zerstört. Der Staudamm würde außerdem dem Irak das Wasser abgraben, und so die Wasserknappheit und die daraus resultierenden Konflikte in der Region erhöhen.

Die Bundesregierung unterstützt das Projekt mit staatlichen Bürgschaften, die zurzeit jedoch auf Eis liegen, da die türkische Seite daran geknüpfte Auflagen nicht eingehalten hat. Da die Bedingungen von der Türkei weiterhin verletzt werden, muss der nächste Schritt der Bundesregierung sein, die Verträge des Projekts bis zum Stichtag 6. Juli endgültig zu lösen. "Wir fordern Herrn Steinmeier und Herrn Davutoglu auf, sich für eine nachhaltige und friedliche Entwicklung des Tigristals einzusetzen", so Ann-Kathrin Schneider von International Rivers. "Retten Sie Hasankeyf's kulturelles Erbe und die Lebensgrundlage der Tigrisbewohner! Stoppen Sie Ilisu!"

Wissenschaftler und Nobelpreisträger aus der Türkei und Europa setzen sich seit einigen Wochen dafür ein, dass die antike Stadt Hasankeyf und das angrenzende Tigristal zum UNESCO-Welterbe erklärt werden. Der Rückzug der deutschen Bürgschaften wäre der erste Schritt auf diesem Weg.

Weitere Informationen: www.gegenstroemung.org