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07.06.09: Initiative zur Rettung von Hasankeyf - Demo gegen Staudämme in Ankara!    

 

Zum ersten mal in der Geschichte der Türkei fanden sich am vergangenen Wochenende Bewegungen von verschiedenen Orten, die von Staudämmen betroffen sind, zu einer gemeinsamen Demonstration zusammen.


Am 6. Juni 2009 haben in Ankara alle staudammkritischen Bewegungen aus der Türkei gegen die herrschende Staudammpolitik mit einer Demonstration protestiert. Zum ersten Mal in der Geschichte fanden sich die Bewegungen aus der Tigris Region (Initiative zu Rettung von Hasankeyf), Dersim (Munzurrat), Izmir (Allianoi Initiative), dem östlichen Schwarzmeerregion (Yusufeli Kulturverein, Plattform der Geschwisterlichkeit der Bäche) in einer Aktivität zusammen.
Seit Jahren finden Auseinandersetzungen um geplante und gebaute Staudämme in diesen vier Regionen statt. Nun haben sie sich solidarisiert, um gegen Staudämme zu protestieren, die hunderttausende Menschen in die Armut vertreiben, wertvollstes Kulturgut (wie Hasankeyf, Allianoi, Samsat, Zeugma) in den Tälern zerstören, wertvollste Ökosysteme (darunter auch der National Munzur) überfluten und den Regionen keine Entwicklung bringen.

Die Demonstration wurde von vielen Dutzenden Organisationen wie Gewerkschaften, Umweltorganisationen, Kulturvereinen, sozialen Bewegungen und politischen Parteien unterstützt. In Redebeiträgen forderten die Organisatoren den Stopp der zerstörerischen Staudammprojekte und eine neue Wasserpoltik, welche nicht das ökologische und kulturelle Erbe zerstört, keine Menschen massenweise vertreibt und vielmehr den Menschen in den betroffenen Regionen nützt. Dabei wird ein Mitspracherecht für die Betroffenen gefordert.

Bei der Kundgebung kamen auch direkt betroffene Menschen haben über ihr von Staudämmen bedrohtes Leben zu Wort. Hunderte Menschen aus den betroffenen Landesteilen (allein 100 aus der Tigrisregion) sowie aus Ankara, die sich mit den Menschen solidarisierten, nahmen am Peotest teil. In einem bunten Zug marschierten die Menschen mehr als zwei Kilometer bis zum Ort der Abschlusskundgebung. Dabei wurde zu kurdischer und lazischer Musik getanzt.

Zur gleichen Zeit fanden in der östlichen Schwarzmeerregion eine Protestaktion verschiedener kleiner Initiativen statt. Diese Demonstrationen fanden genau einen Monat vor der Entscheidung der
deutschen, schweizerischen und österreichischen Regierungen statt, ob
sie weiterhin im Ilisuprojekt mit Kreditversicherungen verbleiben oder nicht. Davon hängt auch die Beteiligung der europäischen Unternehmen ab. Ein Ausstieg der Europäer würde den Stopp des Ilisustaudammprojektes bedeuten, was für die Bewegungen in der Türkei ein großer Gewinn wäre. Fast alle Staudamm- und Wasserkraftprojekte werden von europäischen (insbesondere deutschen, schweizerischen und österreichischen) mitgebaut; so auch der Yusufeli Staudamm in Artvin.
 

Reaktion der türkischen Presse:

09-06-07: Today's Zaman
Villagers of Hasankeyf embark upon desperate public diplomacy campaign

 

     

Fotos der Demonstration in Ankara