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03.06.09: Ilisu - Bremens Bürgermeister fordern Ausstieg     

Bremen,   Immer mehr Politiker fordern den Ausstieg Deutschlands aus dem Ilisu Staudammprojekt. In einem ungewöhnlichen Schritt sprachen sich nun die ehemaligen Bremer Bürgermeister Hans Koschnick, Klaus Wedemeier und Henning Scherf - alle SPD - sowie die amtierende Bürgermeisterin Karoline Linnert (Bündnis 90/Die Grünen) gegen eine Beteiligung Deutschlands an dem umstrittenen Projekt in der Türkei aus. Sie wollen, dass die Stadt Hasankeyf und das Tigristal nicht in einem Stausee versinken, sondern  zu einem Welterbe erklärt werden. Sie unterzeichneten die UNESCO Petition der Stop Ilisu Kampagne.

Diese Unterschriften kommen zur richtigen Zeit: in vier Wochen, am 6. Juli läuft das Ultimatum an die Türkei ab. Spätestens dann müssen Deutschland, Österreich und die Schweiz entscheiden, ob sie endgültig aus dem Ilisu-Projekt aussteigen oder ob sie es weiterhin unterstützen.

Hans Koschnick, Bremens Bürgermeister von 1967 bis 1985, ehemaliger Stellvertreter von Willy Brandt und später EU-Administrator für Mostar in Bosnien-Herzegowina: "Die Begründung der Wasser- und Stromversorgung kann ja wohl nicht ausreichen, um die Zerstörung dieser wertvollen Kulturlandschaft in Kauf zu nehmen und zur gleichen Zeit den Frieden in der Region zu zerstören. Daraus entstehen neue Krisenherde. Deshalb mein Nein zum Ilisu-Staudamm und mein Ja zum Welterbe."

Eine Position, die Klaus Wedemeier, Bürgermeister von 1985 bis 1995 und sein Amtsnachfolger bis 2005, Henning Scherf, ebenfalls teilen.

Auch die amtierende Bürgermeisterin und Finanzsenatorin, Karoline Linnert hält eine Ausweisung als UNESCO Welterbe für die bessere Lösung: „Ich unterstütze die Petition zur Ernennung von Hasankeyf und dem Tigristal zum UNESCO-Welterbe, weil ich fest davon überzeugt bin, dass der Ilisu-Staudamm nicht alternativlos ist. Es gilt andere Stromquellen zu nutzen, um das einzigartige kulturelle Erbe der Nachwelt zu erhalten."

Darin werden der türkische Premier Erdogan, Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Regierungschefs aus Österreich und der Schweiz aufgefordert, das Ilisu-Projekt zu stoppen und statt dessen ein UNESCO Weltkultur- und -naturerbe zu etablieren. In der ersten Woche haben knapp 13.000 Menschen unterschrieben.

Stefanie Hermsen von der Bremer Manfred-Hermsen-Umweltstiftung: „Wir haben jetzt  die seltene Möglichkeit das Projekt zu verhindern und gleichzeitig eine bessere Zukunft für dieses Gebiet zu schaffen. Wir rufen alle Menschen auf, dem Vorbild der Bremer Politiker zu folgen und die Petition zu unterschreiben. Nur wenn Deutschland, Österreich und die Schweiz tatsächlich aussteigen, kann diese Region gerettet werden."

 

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