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19.03.2009: Notiz vom Weltwasserforum: Ilisu Projektkoordinator wünscht Ausstieg der Europäer    

 

Staudämme, überall Staudämme. Sie sind das dominierende Thema des  Weltwasserforums in Istanbul. In den Ausstellungen, auf Plakaten, in den Vorträgen.

Dabei wird "heißeste Dammthema", nämlich Ilisu in den offiziellen  Präsentationen tunlichst vermieden, doch in den Foyers und am  Mittagstisch ist es das  bestimmende Thema.
Als wir in der Haupthalle "Stop Ilisu" Folder verteilen, kommt es  sofort zu einem Menschenauflauf und zu heftigen Diskussionen, v.a. mit  Vertretern der DSI, der staatlichen Wasserbehörde.

Dabei stellt sich heraus, dass die Türkei offensichtlich keinerlei  Absicht mehr hat, die Auflagen der Europäer zu erfüllen. „Ich träume  jede Nacht davon, dass die Europäer endlich aussteigen. Das wäre mein  Wunsch, sagen Sie das zu Hause", sagt kein geringerer als Tuncer  Dingergök, Chef der obersten Ilisu Koordinierungsbehörde PIU (Project  Implementation Unit) im Gespräch mit mir am gestrigen Nachmittag.

Eine unerwartet klare Aussage. Sie mach deutlich, dass die Türkei  nicht Willens oder in der Lage ist, internationale Standards zu  erfüllen. Auch nach mehr als zwei Jahren Verhandlungen hat sie  grundsätzlich noch nicht verstanden hat, wie man einen Staudamm nach  modernen Grundsätzen plant und projektiert.

Deshalb kann die Entscheidung der drei europäischen Staaten, die für  Anfang Juli erwartet wird, nur der endgültige Ausstieg sein. Alles  andere wäre ein Schrecken ohne Ende für die Europäer.

Morgen werden wir die Ilisukampagne auf dem WWF5 vorstellen. Hitzige  Diskussionen sind vorprogrammiert.

Ulrich Eichelmann aus Istanbul, 19. März 2009