Bilder
Videos & Hoerfunk
Dokumente & Expertenberichte
Ansichtssache

12.03.09: Ilisu auf der Zielgeraden    

Ultimatum läuft am 6. Juli ab – Weltwasserforum in Istanbul

Im Dezember 2008 hatten Deutschland, Österreich und die Schweiz die Verträge zu Ilisu außer Kraft gesetzt und der Türkei eine letzte Frist von 180 Tagen gewährt, um die 153 Auflagen zu Umsiedlung, Kultur und Umwelt zu erfüllen.  Diese Frist läuft am 6. Juli 2009 ab. Dann müssen die drei Staaten endgültig entscheiden, ob sie die Verträge kündigen und sich aus dem Staudammprojekt zurückziehen oder ob sie im Projekt verbleiben.

Die politische Entscheidung dürfte tatsächlich aber schon im Mai oder Anfang Juni fallen, nachdem sich die Europäer zuvor in Ankara über den Stand der Dinge informieren haben. „Das ist die letzte Möglichkeit für die drei Staaten, sich ohne Gesichtsverlust aus dem Projekt zurückzuziehen,“ so Ulrich Eichelmann von ECA Watch Österreich. „Bleiben sie im Projekt, machen sie sich mitschuldig an einem der schlimmsten Bauprojekte der Welt. Anhaltende internationale Proteste wären die Folge.“

Derzeit ruhen die Bauarbeiten in Ilisu, wie eine Überprüfung durch NGOs vor Ort ergab.

 

Weltwasserforum und Alternatives Forum in Istanbul

Vom 16. bis 22. März findet in Istanbul die weltweit größte Konferenz zum Thema Wasser statt, das so genannte Weltwasserforum. Hier treffen sich tausende Vertreter v.a. aus Wirtschaft, Finanz und Politik. Zentrale Themen sollen die Wasserprivatisierung und der Bau von Staudämmen sein. Initiatoren und Trägerorganisationen des Weltwasserforums sind u.a. Konzerne wie Suez, Electricité de France, Mitsubishi Heavy Industries usw.

Die Türkei als Gastgeber erhofft sich durch die Konferenz Rückenwind für Ilisu und andere Staudammprojekte. „Die Bezeichnung Weltwasserforum ist irreführend. Richtiger wäre `Wasserausbeutungsforum´, denn es geht hier fast ausschließlich um die Frage, wie man Wasser zu Geld machen kann. Auf die Menschen, Natur und Kulturgüter wird da kaum Rücksicht genommen,“ so Ulrich Eichelmann.

 

Aus Protest gegen dieses Forum veranstalten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) vom 20. – 22. März in Istanbul ein Alternativforum. Unter dem Titel „Another water management is possible“ treffen sich Menschen aus aller Welt, um auf die Folgen des gängigen Wassermanagements aufmerksam zu machen und um Alternativen dazu aufzuzeigen.

ECA Watch ist ebenfalls vor Ort.