Das Projekt
Geschichte des Projekts
Lageplan
Europaeische Beteiligung
Auswirkungen auf Kultur
Oekologische Folgen
Umsiedlungen
Kampf ums Wasser
Energie
UNESCO Welterbe

Das Projekt "Ilisu-Staudamm"    

Der Ilisu-Staudamm ist Teil des Südostanatolien-Bewässerungs-Projektes (GAP), das letztlich auf Pläne aus den 50-iger Jahren zurückgeht. Es umfasst 22 Staudämme an Euphrat, Tigris und ihren Zuflüssen. Nicht ganz die Hälfte davon wurden bis jetzt verwirklicht. Die Kosten des GAP werden auf 32 Mrd. US-Dollar geschätzt. 

Ilisu soll insgesamt 2 Mrd. Euro kosten. Etwa 1,2 Mrd. Euro davon sind  Baukosten, weitere 800 Mio. Euro sind für die Umsiedlung der Bevölkerung und die Verlagerung von Kulturgütern vorgesehen.

Der Zweck von Ilisu ist die Energiegewinnung. Alternativprojekte, etwa den Damm niedriger zu bauen und damit Hasankeyf vor der Überflutung zu bewahren, wurden nur kurz diskutiert und nicht weiter verfolgt. Ebenso wenig wurden alternative Methoden zur Stromgewinnung - wie etwa die Forcierung der Solar- oder Windenergie - in Betracht gezogen. 

Das Projekt
Ort: Tigris/Türkei, 
Südostanatolien, ca. 65 km vor der Grenze zu Syrien
Leistung: 1200 MW
Stromerzeugung: 3 800 GWh jährlich
Höhe der Staumauer: 135 Meter
Länge des Staumauer: 1820 Meter
Bauzeit: 7 Jahre (Inbetriebnahme für 2013 geplant)
Stauraumfläche: 313 km² 
Durch Schwall und Einstau beeinflusste Flusstrecke: 400 Kilometer.

Projektpartner:

Auftraggeber:
DSI (Staatliche Wasserbaubehörde der Türkei)

Unternehmen:
- Andritz AG (Österreich, vormals VA-Tech Hydro): Auftragsvolumen: 340 Mio Euro.
- Nurol, Cengiz , Celiker, Temelsu (Türkei).

Banken:
- Akbank (Türkei; teilweise in Besitz der Citi Bank, USA)
- GarantiBank (Türkei; teilweise in Besitz der BBVA, Spanien)
- Halkbank (Türkei)


Europäische Beteiligung (August 2007 - Juli 2009)

Staaten
Die "Versicherung" eines Teils des Projekts sollten Österreich (Österreichische Kontrollbank AG = OeKB), Deutschland (Euler Hermes) und die Schweiz (SERV = Schweizerische Exportrisikoversicherung) übernehmen. Sie kündigten allerdings im Juli 2009 die Verträge mit der Türkei, als klar wurde, dass internationale Standards und Projektauflagen systematisch missachtet wurden.

Die versicherten Summen: OeKB: 285 Mio €; Euler Hermes: 93,5 Mio €; SERV: 135 Mio €

Unternehmen:
- Andritz AG (Österreich, vormals VA-Tech Hydro)
- Züblin AG (Deutschland, Mehrheitseigentümer ist die österreichische STRABAG)
- Alstom Ltd (Schweiz)

Nach dem Rückzug der staatlichen Garantiegeber haben auch Züblin und Alstom ihre Verträge mit der Türkei aufgekündigt. Andritz verbleibt jedoch weiterhin im Projekt und übernimmt die Aufträge der europäischen Partner.

Banken
- Bank Austria (AUT)
- DEKA Bank (D)
- Socité Générale (F)

Die europäischen Banken wollten das Projekt mit Krediten in Höhe von 500 Mio Euro finanzieren. Der Rest sollte von den türkischen GarantiBank und Akbank kommen. Im Juli 2009 haben alle drei europäischen Banken ihre Verträge im Ilisu-Projekt gekündigt. GarantiBank, Akbank und die neu hinzugestoßene Halkbank sollen nun die fehlende Finanzierung übernehmen.


last updated: 08.02.2011