05.12.2008: Ilisu-KritikerInnen inhaftiert    

Gestern Nachmittag gegen 17.00 Uhr wurde in Dargecit, einer Kleinstadt nahe des geplanten Ilisu-Staudammes, zwei VertreterInnen der "Initiative zur Rettung Hasankeyfs" (Hasankeyf Girisimi) inhaftiert.

Frau Ipek Tasli und ihr männlicher Begleiter waren für die Initiative von Batman nach Dargecit gereist, um sich vor Ort über die aktuelle Situation auf der Baustelle zu informieren. In Dargecit wohnen viele der Arbeiter, die zur Zeit auf der Baustelle tätig sind.

Kurz vor Ablauf des Ultimatums wird die türkische Regierung offenbar zunehmend nervös. Jedenfalls werden die KritikerInnen des Projekts zunehmend schikaniert. Vor drei Wochen wurden Vertreter der Initiative zur Rettung Hasankeyfs an der Weiterreise von Dargecit nach Ilisu gehindert. Die Inhaftierung ist eine inakzeptable Verschärfung der Situation.

Dieses Vorgehen gegenüber KritikerInnen zeigt einmal mehr, wie wenig sich die türkische Regierung an die mündlichen Versprechen und an die Vorgaben der Europäer hält.

ECA Watch und die andere an der Kampagne beteiligten Organisationen fordert die Regierungen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz auf, sich bei den türkischen Behörden auf die sofortige Freilassung Ipek Taslis und ihres Begleiters zu drängen. "Auch die OeKB muss hier ihre Kontakte nutzen, damit Ipek und ihr Begleiter umgehend freikommen und sie in Zukunft auch nicht mehr behelligt werden", so Ulrich Eichelmann von ECA Watch.

Weitere Informationen:

  • Ulrich Eichelmann, Eca Watch Österreich, 0676/662 1512

Frau Ipek Tasli und ihr Begleiter wurden am 05.12. gegen 14.00 Uhr wieder freigelassen. Sämtliche mitgeführte Dokumente und auch die Kamera wurden ihnen abgenommen. Frau Tasli hatte sich in den Ortschaften Dargecit und Ilisu nach den Bauarbeiten erkundigt. Deshalb waren beide am 04.12. inhaftiert worden. Rechtliche Schritte werden nun geprüft.